Technik

Verschmutzter Filter: Ihr Differenzdruckwächter lügt Sie vielleicht an

· Lesezeit 2 min

Verschmutzter Filter eines Lüftungsmonoblocks und Differenzdrucksensor

Klassischer Reflex in Pflichtenheften für Lüftungsmonoblöcke: ein Differenzdruckwächter zur Erkennung verschmutzter Filter.

Auf einer Anlage mit konstantem Volumenstrom funktioniert diese Lösung einwandfrei. Sobald der Luftvolumenstrom jedoch variiert, ist ein einfacher fester Schwellwert kaum noch repräsentativ.

Warum ein fester Schwellwert nicht genügt

Weil der Druckverlust eines Filters sowohl von seinem Verschmutzungsgrad als auch vom durchströmenden Luftvolumenstrom abhängt. Und der Zusammenhang ist nicht linear: steigt der Volumenstrom, nimmt der Druckverlust überproportional zu. Derselbe Filter kann somit je nach Betriebspunkt der Anlage sehr unterschiedliche Druckwerte aufweisen.

Die Folgen für den Betrieb

  • Bei geringem Volumenstrom kann ein stark verschmutzter Filter unter dem Schwellwert bleiben und nie eine Alarmmeldung auslösen.
  • Bei hohem Volumenstrom kann ein noch sauberer Filter den Schwellwert kurzzeitig überschreiten und einen Fehlalarm verursachen.
  • Bei Laständerungen weiss die Betreiberschaft nicht, ob der Anstieg des ΔP vom Filter oder einfach vom Luftvolumenstrom kommt.
  • Filter werden zu früh, zu spät oder nach einem festen Kalender gewechselt – ohne Bezug zu ihrem tatsächlichen Zustand.

Ein auf den Nennvolumenstrom eingestellter Druckwächter wird damit bei Teillast blind und bei Volllast überempfindlich.

Unsere Empfehlung: der Differenzdrucksensor

Bei Workswell empfehlen wir einen Differenzdrucksensor mit kontinuierlicher ΔP-Messung. In Verbindung mit der Volumenstrommessung, der Ventilatordrehzahl oder einem Referenzbetriebspunkt lässt sich damit eine normale Druckschwankung von einem Anstieg unterscheiden, der wirklich auf die Filterverschmutzung zurückgeht.

Konkrete Vorteile

  • Zuverlässige Erkennung über den gesamten Betriebsbereich.
  • Alarmschwelle angepasst oder kompensiert auf den realen Volumenstrom.
  • Darstellung des Druckverlusts in der Leittechnik.
  • Aufzeichnung der Trends und der Verschmutzungsgeschwindigkeit.
  • Erkennung auffälliger Entwicklungen, etwa nach Umbauten oder einem Störfall.
  • Planung des Wechsels, bevor ein kritischer Fehler auftritt.
  • Weniger Fehlalarme und unnötige Einsätze.
  • Bessere Ausnutzung der tatsächlichen Filterlebensdauer.
  • Begrenzung des zusätzlichen Stromverbrauchs durch zu stark verschmutzte Filter.
  • Möglichkeit mehrerer Alarmstufen: Voralarm, Wartung einplanen und Maximalschwelle.

Ein gemessener Referenzwert ab der Inbetriebnahme

Der Sensor liefert auch bei der Inbetriebnahme eine wertvolle Information. Er erlaubt es, den Anfangsdruckverlust des sauberen Filters zu prüfen und mit den Herstellerangaben zu vergleichen. Jede spätere Abweichung kann so anhand eines gemessenen Referenzwerts beurteilt werden – und nicht anhand eines generischen Schwellwerts.

Konstanter oder variabler Volumenstrom?

Der Druckwächter bleibt als einfache Einrichtung oder als letzte Sicherheitsebene sinnvoll. Auf einer Anlage mit variablem Volumenstrom sollte er jedoch nicht mehr das einzige Überwachungsmittel sein.

  • Konstanter Volumenstrom: der Druckwächter kann ausreichen.
  • Variabler Volumenstrom: kontinuierliche Messung, Kompensation und Trendverfolgung werden unverzichtbar.

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